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Zusammenfassung

108 Krankenhausmitarbeiter aus IT, Verwaltung und Medizin nahmen vom 25. bis 27. April 2017 auf der conhIT an der Krankenhaus-IT-Umfrage teil. Die Umfrageergebnisse machen deutlich, dass Anspruch und Wirklichkeit in Sachen volldigitalem Gesundheitsmanagement oftmals weit auseinanderklaffen. Das Fazit: Das Gesundheitswesen ist immer noch eine Digitalisierungswüste.

Kaum Services für Patienten und Zuweiser

Geht es um die digitale Einbindung von Patienten und Zuweisern in den Behandlungsprozess, dann werden Services wie Online-Terminbuchung, Patientenaufnahme per Online-Check-In oder digitale Patientenaufklärung bislang kaum angeboten. Selbst die digitale Einbindung von Zuweisern liegt mit einem guten Drittel auf den hinteren Plätzen. Lediglich die digitale Befundübermittlung hat sich bei über 62 Prozent der Befragten durchgesetzt. Auffällig ist auch, dass weniger als die Hälfte der Teilnehmer einen patientenzentrierten Internetauftritt vorzuweisen haben.

Administration und Finanzen weitgehend digitalisiert

Digitale Kostenträgerrechnung, Controlling- und Business Intelligence-Werkzeuge nutzen bereits 70 Prozent der Befragten. Obwohl alle Häuser mit einer stetig steigenden Anzahl an MDK-Anfragen zu kämpfen haben, werden MDK-Anfragen nur von 62 Prozent der Häuser digital abgebildet. Einen digitalen Rechnungseingangsworkflow nutzt rund die Hälfte der Befragten.

Unzureichendes digitales Mitarbeitermanagement

Trotz anhaltendem Fachkräftemangel werden Bewerbersuche und Bewerberprozess kaum digital unterstützt. Personalakten oder auch das Skill-Management der Angestellten werden von gerade einmal 40 Prozent der Teilnehmer digital abgewickelt. Anträge und Genehmigungen werden bei 3/4 der Teilnehmer noch papierbasiert ausgeführt. Lediglich die Personaleinsatzplanung ist bei über 85 Prozent bereits digitalisiert.

Lücken bei Leistungsdokumentation und kaum Entscheidungsunterstützung

Was die digitale Unterstützung von Arbeitsabläufen betrifft, sind abteilungs- bzw. organisationsübergreifende Workflows nur bei 61 Prozent der Befragten gegeben. Systeme zur digitalen Entscheidungsunterstützung sind nur bei einer Minderheit der Teilnehmer (17 Prozent) im Einsatz. Die elektronische Patientenakte hat sich bei 65 Prozent der Befragten durchgesetzt. Das Medikationsmanagement inklusive Medikationsplan haben derzeit allerdings nur 42 Prozent der Häuser im Einsatz.

Durchgängige IT-Strategie und mobile Endgeräte auf dem Vormarsch

Rund 69 Prozent geben an, mittels langfristiger IT-Strategie zu planen. Trotz intensiver Diskussionen rund um den Datenschutz werden Cloud-Dienste zwar selten, aber immerhin doch schon bei fast 20 Prozent der Befragten eingesetzt. Die Nutzung mobiler Endgeräte hat sich bei 75 Prozent der Teilnehmer etabliert, während flächendeckendes WLAN (mit Luft nach oben) bei rund 54 Prozent der Häuser zu finden ist.

 

Prof. Dr. Roland Trill, Krankenhausmanagement & eHealth, Hochschule Flensburg

"Leider sind immer noch finanzwirtschaftliche Applikationen prägend für das deutsche Krankenhaus. Dabei dürften Investitionen in die Felder „Prozessunterstützung“ und „Patientenservices“ mittel- und
langfristig erfolgversprechender sein. Dass immerhin 69 % der Befragten angeben, eine IT-Strategie zu haben, kann als Hoffnungsschimmer angesehen werden, wenn auch allein diese Aussage noch keinen Rückschluss auf die Qualität zulässt. Summa summarum steht zu befürchten, dass der Abstand zu den Krankenhäusern in anderen europäischen Ländern eher größer geworden ist – eine Schlussfolgerung, die traurig stimmt.“

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